Monday, 6. december 2010
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Sie las „Austerlitz“ von W.G. Sebald und war erschüttert. Die Affinität Austerlitz‘ zu Motten faszinierte sie. Sie fand eine
Wurzel, in der sie ein aufrecht stehendes Wesen mit Eselskopf, Hufen und Wanderstab sah. Sie klebte ein Seidentuch mit Salzteig auf ein Brett, befestigte das Wesen, deren Gesicht sie mit dem Teig
bestrich, darauf und montierte es in einen Holzkasten mit Glasfront. Den Boden bedeckte sie mit Hügeln aus feinem Mehl und Reiskörnern. Sie schloss den Kasten fest zu und hängte ihn an die Wand.
Es dauerte nicht lange, da entstand aus dem Nichts, das keines war, da der Keim gelegt war, ein von Motten bevölkerter Kosmos. Sie wuchsen auf, sie lebten, labten sich an ihrer begrenzten Umwelt,
die sie nicht als begrenzt empfinden mochten, da es für sie ausreichte und sie nichts anderes kannten. Sie schieden aus, sie vermehrten sich, und sie starben. Allmählich bildete sich eine Patina
wie ein leichter, dahin gesprühter Firnis hinter dem Glas. Die Welt veränderte sich. Sie dachte darüber nach, wie lange es wohl dauern könnte, bis die Vorräte aufgebraucht wären, wie lange ein
Leben in diesem Kosmos möglich wäre, wie viele Mottengenerationen es darin gäbe und auch, ob ein Glück darin läge: zu fressen, sich zu bewegen, sich fortzupflanzen, zu sterben. Sie glaubte, den
letzten Punkt verneinen zu können. Auch ein Unglück sah sie nicht, da Unglück als Negativpol des Glücks dieses zur Erkenntnis benötigte. Sie dachte darüber nach, ob die Motten, wenn alle Vorräte
aufgebraucht wären, zu Kannibalen würden, um zu überleben und sich gegenseitig auffräßen. Wie lange würde es dauern, bis dort, in diesem von ihr geschaffenen Kosmos Krieg entstünde?
„Ist bei der Schöpfung das Ende impliziert? Ist der Krieg per se vorprogrammiert? Steht Gott draußen und betrachtet, wie
seine Geschöpfe sich gegenseitig vernichten? Ist dies von Gott gewollt? Was ist das: Empfinden? Ist Gott einsam?“ fragte sie sich und fühlte sich einsam.
Sie sehnte sich nach einem Zustand der Empfindungslosigkeit, in dem es weder Glück noch Unglück gäbe, weil die Frage danach
nicht gegeben wäre. Doch hatte sie eine Welt geschaffen, die ihr, wiewohl sie draußen blieb, zumindest im Betrachten ein gewisses Interesse abnötigte. Wer immer an diesem Kasten vorbei ging,
blieb davor stehen. Die einen dachten:
„Was für ein ekelhafter, kranker Dreck!“
Andere dachten, das Glas wäre verschmutzt und müsste dringend gereinigt werden. Und wieder andere hielten ihn für ein
Kunstobjekt. Für sie war es der Kosmos, den sie geschaffen hatte. Es war eine Parallelwelt, in der sie Gott war. Gott ist außerhalb und sie würde es bleiben. Zwei weitere Fragen stellte sie sich
in diesem Zusammenhang, wovon die eine lautete:
„Hat Gott ein Geschlecht?“
Sie gab sich selbst die Antwort: „Nein!“ und nannte Gott
Es.
Die zweite Frage lautete:
„Hasst Gott?“
Sie gab sich selbst die Antwort: „Nein, Es bleibt wertfrei, Es hasst
nicht, aber Es lässt geschehen, Es steht draußen und sieht zu.“
Austerlitz - Italiano
Lesse „Austerlitz“ di W.G.Sebald e fu sconvolta. L'affinità di Austerlitz verso le tarme l'affascinò. Trovò una radice nella
quale vide un essere eretto con testa di asino, zoccoli e bastone da passeggio. Incollò con pasta salata una pezza di seta sopra una tavola e la montò in una cassetta di legno con facciata di
vetro. Coprì bene la base con mucchietti di farina e chicchi di riso. Chiuse bene la cassetta e l'attaccò alla parete. Non ci volle molto, e dal nulla che non c'era, dato che il germe era stato
messo, ebbe origine un cosmo vissuto di tarme. Crebbero, vissero e si nutrirono del loro limitato ambiente, non considerandolo però tale, dato che gli bastava e non lo conoscevano in un'altra
maniera. Si moltiplicavano e morivano. Pian piano si formò una patina come una vernice leggera schizzata dietro al vetro. Il mondo cambiava. Si chiedeva quanto ci volesse ancora per finire le
provviste, per quanto tempo ancora sarebbe stata possibile una vita in questo cosmo, quante generazioni di tarme ci fossero dentro la cassetta e anche se ci fosse la felicità nel mangiare, nel
muoversi, nel riprodursi, nel morire. Però credeva di poter escludere che nel morire ci fosse felicità. Non vedeva nemmeno l'infelicità, avendo questa, come polo negativo della felicità, bisogno
di essa per la conoscenza. Si chiedeva se le tarme, dopo aver finito tutte le provviste potessero diventare cannibali per sopravvivere e mangiarsi a vicenda. Quanto tempo ci sarebbe voluto fino a
che la guerra fosse scoppiata in quel cosmo creato da lei?
“La creazione implica la sua fine? La guerra di per se è programmata? Dio sta fuori contemplando le sue creature uccidersi
reciprocamente? È questo che Dio vuole? Dio è solo? Che cosa significa sentire?” si chiedeva, e si sentiva sola.
Desiderava un stato di insensibilità dove non esisteva né fortuna né sfortuna perché non si ponevano come problema.
Ma aveva creato un mondo che, nonostante ne stesse al di fuori, le imponeva un certo interesse. Chiunque passava dal
cassettone si fermava.
Chi pensava che fosse una cosa sporca e schifosa. Altri pensavano che il vetro fosse sporco e avesse bisogno di una
profonda pulizia. Altri ancora lo ritenevano un oggetto d'arte. Per lei era il cosmo che aveva creato. Era un mondo parallelo dove lei era Dio. Dio è fuori e ci rimarrà . In questo contesto
si poneva altre due domande, la prima era :
“Dio ha un sesso? “
Si rispondeva da se: “No!” e chiamò Dio Neutro.
La seconda domanda era:
“Dio odia?”
Si rispondeva da se: “No, non giudica, non odia, ma lascia succedere, rimane fuori e osserva.”